Alle Artikel von mr94

Obsecro autem vos

Paul(us) beendet eine Polemik:

„Fratres!
Obsecro autem vos per nomen Domini nostri Iesu Christi, ut idipsum dicatis omnes, et non sint in vobis schismata, sitis autem perfecti in eodem sensu et in eadem sententia. (1 Cor 1,10) Cum enim sit inter vos zelus et contentio, nonne carnales estis et secundum hominem ambulatis? (1 Cor 3,4) Nescitis quia templum Dei estis, et Spiritus Dei habitat in vobis? (1 Cor 3,16)

Nemo se seducat; si quis videtur sapiens esse inter vos in hoc saeculo, stultus fiat, ut sit sapiens. (1 Cor 3,18) Ad verecundiam vestram dico! Sic non est inter vos sapiens quisquam, qui possit iudicare inter fratrem suum? (1 Cor 6,5) Ut prudentibus loquor (1 Cor 10,15a); Omnia licent! Sed non omnia expediunt. (1 Cor 10,22b)

Opus autem suum probet unusquisque et sic in semetipso tantum gloriationem habebit et non in altero. (Gal 6,4)

De cetero, fratres, gaudete, perfecti estote, exhortamini invicem, idem sapite, pacem habete, et Deus dilectionis et pacis erit vobiscum. (2 Cor 13,11)

Paulus“

Heiligster Name Jesus

Der 3. Januar ist der Tag der Verehrung des Namens Jesu. Als biblische Quelle für die Verehrung des Namens Jesu gilt ein Bibelvers aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper: „Daher hat ihn auch Gott über die Maßen erhöht und ihm den Namen geschenkt, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich beuge jedes Knie derer, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind“ (2, 9f). Die Verehrung des Namens Jesu förderte vor allem Bernhardin von Siena mit Verwendung des Monograms IHS und durch Hinzufügung des Namens Jesus bei der Anrufung von Maria. Papst Sixtus V. (1585 – 1590) kündigte erstmals einen Ablass an für die Anrufung des Namens Jesu. 1578/79 schuf El Greco für den spanischen König Philipp II. das Bild „Die Anbetung des Namens Jesu“: oben erscheinen zwischen Wolken die Buchstaben IHS; unter den knieenden Gestalten ist im Vordergrund König Philipp II. in schwarzer Kleidung zu erkennen. Früher wurde der Namenstag Jesu als Fest am Sonntag zwischen dem 1. und dem 6. Januar gefeiert, dann durch das 2. Vatikanische Konzil aus dem liturgischen Kalender entfernt; das neue Martyrologium Romanum von 2001 hat den Gedenktag wieder eingeführt. [Ökumenisches Heiligenlexikon]

Sprachbarrieren

Latein sei unverständlich, sagt man, und heißt es Sprachbarriere des Glaubens. Mit dieser Argumentationslinie rechtfertigt mancher Liturgiereformer sein destruktives Tun.

Mein liturgischer Wunsch für 2006: Bei jeder Abweichung vom vorgesehenen Text möge der Liturg bedenken, ob er diese auch in Latein guthieße (und wie die entsprechende Formulierung lautete).

Mir brachte der Postbote heute zwei Bände des (großen) Stundenbuches, günstig im Paket mit einigen Lektionaren erworben. Ihr glaubt gar nicht, wie groß meine Freude war, darin immerhin einige Teile des Ordinariums in lateinischer Sprache zu finden.

Und überhaupt: Erwähnte ich schon, wie sehr das Rosarium Latinum rockt? Bald kann ich es auswendig, das wird ein wahres Vergnügen.

Wahrheit sprosst aus der Erde hervor

„Wir nennen Geburtstag des Herrn den Tag, an dem die Weisheit Gottes sich in einem Kind offenbarte und das Wort Gottes, das sich ohne Worte ausdrückt, menschliche Laute von sich gab. Die in diesem Kind versteckte Göttlichkeit wurde jedoch den Magiern durch einen Stern angezeigt und den Hirten von der Stimme der Engel verkündigt. Mit diesem Fest, das jedes Jahr wiederkehrt, feiern wir also den Tag, an dem sich die Weissagung erfüllte: ‚Wahrheit sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder‘ (Ps. 84,12).

Die Wahrheit, die im Schoß des Vaters ist, ist aus der Erde hervor gesprossen, damit sie auch im Schoß einer Mutter sei. Die Wahrheit, die die ganze Welt regiert, ist aus der Erde hervor gesprossen, um von den Händen einer Frau gehalten zu werden. Die Wahrheit, die ohne Ende die Seligkeit der Engel nährt, ist aus der Erde heraus gesprossen, um von der Brust einer Frau gestillt zu werden. Die Wahrheit, die der Himmel nicht umfassen kann, ist aus der Erde heraus gesprossen, um in eine Krippe gelegt zu werden.

Zu wessen Vorteil hat sich ein so erhabener Gott so demütig gemacht? Sicher mit keinem Vorteil für sich selbst, aber mit großem Vorteil für uns, wenn wir glauben. Erwache, o Mensch: für dich ist Gott Mensch geworden. ‚Wach auf, o du, der du schläfst, erwache von den Toten und Christus wird dich erleuchten‘ (Eph. 5,14). Ich wiederhole, für dich ist Gott Mensch geworden. Du wärst für immer tot, wenn er nicht in der Zeit geboren wäre. Nie wärst du vom Fleisch der Sünde erlöst worden, wenn er nicht ein Fleisch angenommen hätte, das dem der Sünde ähnlich ist. Du hättest dich für immer in einem Zustand des Elends befunden, wenn er nicht mit dir Erbarmen gehabt hätte. Du wärst nicht zum Leben zurückgekehrt, wenn er nicht deinen Tod mit dir geteilt hätte. Du wärst ohnmächtig gewesen, wenn er dir nicht zu Hilfe gekommen wäre. Du wärst verloren gegangen, wenn er nicht gekommen wäre.“

Augustinus: Aus einer Weihnachtspredigt

Camauro

Dieses Bild ist so schön, das muss ich einfach zeigen. Das Kompendium schreibt dazu:

Papst Benedikt XVI trägt bei der Ankunft auf dem Petersplatz
einen roten Umhang und eine enganliegende rote Mütze,
die Camauro. Diese Kopfbedeckung wurde im 17. Jh.
häufig von den Päpsten getragen.