Google gratias.
[entfernt]
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Es gibt keine römisch-katholische Konfession. Es gibt die protestantischen Confessiones wie die Confessio Augustana, die – da beißt die Maus keinen Faden ab – in Teilen häretisch sind. Heute müssten wir uns indes schon glücklich schätzen, wenn nominelle Protestanten sich wenigstens zu dem bekennen würden, was in diesen Konfessionen bekannt wurde.
Die römisch-katholische Kirche heißt so, weil ihr Patriarch der Bischof von Rom ist. Sie ist nicht „reduziert“. Genauso wenig sind es die orthodoxen Ostkirchen, ebenfalls Kirchen im vollen Wortsinn, aber getrennt von Rom. Ich schlage als Richtschnur die klassischen Glaubensbekenntnisse vor (und wenn es Zweifel gibt, wie sie zu verstehen sind, einen Blick in die einschlägige Kirchenväterliteratur).
Mir ist […] deshalb […] das „ökumenische“ Ziel nicht recht klar. Es wird nicht möglich sein, zugleich an häretischen Bekenntnissen (=Konfessionen) festzuhalten und die Einheit der Christen herzustellen. Man kann natürlich den Gehalt dieser Bekenntnisse auf dem Weg des Formelkompromisses fast beliebig verwässern, aber genau das [hat Geronimo] abgelehnt – wie ich finde, zu Recht.
In der letzten Ökumene-Vorlesung eines Semesters im Rom, so hörte ich vor einiger Zeit, stand ein Student auf und sagte dem Dozenten, dass er sich die Einheit nicht anders als Rückkehr nach Rom denken könne. Dieser Gedanke war das ganze Semester peinlichst vermieden worden – aber der Dozent musste dem Studenten Recht geben, obwohl er die ganze Zeit um den heißen Brei herumgeredet hatte.
Deo gratias.
Jochen Spengler: In Baden-Württemberg werden seit Jahresbeginn Menschen muslimischen Glaubens, die in die Bundesrepublik eingebürgert werden wollen, mithilfe eines umstrittenen Fragebogens auf ihre Einstellung zur Verfassung hin überprüft. Gefragt wird unter anderem nach der Einstellung zur Homosexualität. Gegen diesen Gesinnungstest gibt es massive Proteste, nicht nur vom Zentralrat der Muslime in Deutschland. Doch das Stuttgarter Innenministerium will daran festhalten.
Und am Telefon begrüße ich nun den Justizminister des Landes Baden-Württemberg, den FDP-Politiker Ulrich Goll. Ihren Landesparteitag haben Sie gestern und vorgestern hinter sich gebracht, heute trifft sich die Bundes-FDP in Stuttgart zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen, dem einhundertvierzigsten – darüber wollen wir gleich sprechen. Gestatten Sie vorher einige Fragen, die ich dem Gesprächsleitfaden entnehme, den – wir haben es eben gehört – die Einbürgerungsbehörden gegenüber einbürgerungswilligen Muslimen anwenden.
Es ist die Frage Nummer 29, die lautet, ich zitiere: „Stellen Sie sich vor, Ihr volljähriger Sohn kommt zu Ihnen und erklärt, er sei homosexuell und möchte gerne mit einem anderen Mann zusammenleben. Wie reagieren Sie?“, Zitatende. Frage an Sie, Herr Goll, muss man da jetzt als vorbildlicher Deutscher sagen: Ich finde das super, dass mein Sohn homosexuell ist? Und verwirkt man den Einbürgerungsanspruch, wenn man sich nicht begeistert zeigt? Oder wie ist das zu verstehen?
apparuit enim gratia Dei salutaris omnibus hominibus
erudiens nos ut abnegantes impietatem
So klingt es hochfestlich bei Echo Romeo. Bleibt nur noch die Quelle nachzutragen: Tit 2,11-12a
Weihnachten als kalendarisch fixes Fest und damit der ganze Weihnachtsfestkreis fällt in jedem Jahr anders aus. Denn der Wochenrhythmus von Sonntag zu Sonntag, in dem das gesamte Kirchenjahr atmet, und die festen Kalendertage überlagern sich stets etwas anders.
So tritt zum Beispiel im kommenden Kirchenjahr der Fall eines nur fünfwöchigen Weihnachtsfestkreises ein, da die Heilige Nacht direkt auf den vierten Adventssonntag folgt und das Hochfest Erscheinung des Herrn folglich vor dem ersten Sonntag nach Neujahr gefeiert wird.
Im Jahre 1734/35 fiel zwischen Festo Circumcisionis Christi und Festo Epiphanias, anders als in diesem Jahr, ein Sonntag. Für diesen Tag schrieb Johann Sebastian Bach also den fünften Teil seines Weihnachtsoratoriums. Dieser Teil, obgleich inhaltlich unentbehrlich, ist in diesem Jahr heimatlos.
Ich schlage vor, ihn deshalb heute anzuhören, am besten am Vorabend nach der Ersten Vesper vom Hochfest.
Ehre sei dir, Gott, gesungen,
Dir sei Lob und Dank bereit.
Dich erhebet alle Welt,
Weil dir unser Wohl gefällt,
Weil anheut
Unser aller Wunsch gelungen,
Weil uns dein Segen so herrlich erfreut.
Schönborn wandte sich in seinem Beitrag gegen die neodarwinistische Spielart der Evolutionstheorie: „Evolution in the sense of common ancestry might be true, but evolution in the neo-Darwinian sense – an unguided, unplanned process of random variation and natural selection – is not.“ Damit hatte der Kardinal nicht mehr als die Unvereinbarkeit neodarwinistischen Denkens mit der Schöpfungslehre der Kirche festgestellt.
Dieser Konflikt entsteht dort, wo der Neodarwinismus das Terrain einer Naturwissenschaft überschreitet und zur Weltanschauung wird. Als naturwissenschaftliche Hypothese steht die Theorie der Entwicklung (Evolution) nicht im Gegensatz zur theologischen Lehre vom Schöpfer. Der Neodarwinismus als Weltanschauung glaubt hingegen, naturwissenschaftlich abgesicherte Gründe zu haben, um eine Schöpfung – in welcher konkreten Form auch immer – und damit die Existenz eines Schöpfers ausschließen zu können.
Was Schönborn positiv dagegensetzte, gab vielen Beobachtern Anlass, seine Position in die Nähe des „Intelligent Design“ (ID) zu rücken: „Any system of thought that denies or seeks to explain away the overwhelming evidence for design in biology is ideology, not science.“ Die ID-Theorie verstehen ihre Vertreter als naturwissenschaftliche Alternative zur Evolutionstheorie, die sie als unzureichend oder widerlegt ansehen. Ihr Grundgedanke ist, dass die Komplexität der belebten Natur nur durch einen intelligenten Designer ausreichend zu erklären ist.
Als theologisch inspirierte Theorie mit naturwissenschaftlichem Anspruch ist Intelligent Design das logische Gegenstück zum naturwissenschaftlich begründeten Neodarwinismus, der offen oder verdeckt als Weltanschauung auftritt. Beide Denkrichtungen werfen sich wechselseitig Grenzüberschreitungen vor – von der Theologie zur Naturwissenschaft und vice versa. Ganz offensichtlich machen beide widersprüchliche Aussagen über den gleichen Gegenstandsbereich.
Doch stehen Schöpfungslehre und Evolutionstheorie ebenfalls im Widerspruch zueinander? Papst Pius XII. hatte 1950 in seinem Rundschreiben „Humani generis“ der Entwicklungslehre eine Berechtigung zugestanden, soweit sie sich nicht direkt oder indirekt gegen die Offenbarung wendet. Von diesem Punkt ausgehend, hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg eine Konvergenz entwickelt, „die einen Widerspruch ausschließt, wenn die beiden Wissensarten in dem ihnen zugewiesenen Wirklichkeitsbereich und bei ihrem Formalobjekt bleiben, das einmal in der zeitlichen Entwicklung der Lebenssysteme besteht, zum anderen den umgreifenden überzeitlichen Akt der Urhebung des geschöpflichen Seins meint“ (Leo Scheffczyk: Einführung in die Schöpfungslehre, S. 36).
Pius XII. hatte jedoch in „Humani generis“ auch an der Geschichtlichkeit der ersten elf Kapitel des Buches Genesis festgehalten – „in einem wahren Sinn, der von den Exegeten noch weiter zu erforschen und zu erklären ist“. Er zog damit im Grunde die Linie einer Entscheidung der päpstlichen Bibelkommission weiter aus, die im Jahre 1909 festgestellt hatte, dass die ersten drei Kapitel der Genesis „Berichte über wirkliche Geschehnisse“ enthielten – „keine Mythen, keine bloßen Allegorien oder Symbole religiöser Wahrheiten, keine Legenden“ (Ludwig Ott: Grundriß der katholischen Dogmatik, 10. Aufl., S. 111).
War mit diesen Festlegungen die Freiheit der Exegese übermäßig eingeschränkt? War etwa ein buchstäbliches, wortwörtliches Verständnis der Schöpfungsberichte lehramtlich vorgeschrieben? War der Konflikt mit den Naturwissenschaften damit nicht unvermeidbar? Und wie verträgt sich die Prämisse der Geschichtlichkeit mit der These, dass in den biblischen Schöpfungstexten zwischen der eigentlichen Aussageabsicht und ihrer zeit- und weltbildbedingten Einkleidung zu unterscheiden sei?
Bleiben Sie dran.
Übersetzer, die für den Vatikan lateinische Texte verfassen, haben angeblich immer wieder Probleme mit dieser Sprache. Laut einem Bericht in der Dienstagsausgabe der Mailänder Tageszeitung ‘Libero’ enthalten lateinische Texte aus dem Vatikan oft Fehler. Gelegentlich werde auf eine Textversion in der Kirchensprache ganz verzichtet. So soll es bis heute keine lateinische Schlußerklärung der im Oktober abgehaltenen Bischofssynode geben. Große Probleme hatte es in der jüngeren Kirchengeschichte auch mit der Übersetzung des Exorzismus vom Lateinischen ins Italienische gegeben. Das Ergebnis war so fehlerhaft, daß es angeblich deswegen von der Bischofskonferenz nicht abgesegnet wurde. [kreuz.net]