Alle Artikel von mr94

Lukas


Demas hat mich aus Liebe zu dieser Welt verlassen und ist nach Thessalonich gegangen; Kreszenz ging nach Galatien, Titus nach Dalmatien.
Nur Lukas ist noch bei mir. Bring Markus mit, denn er wird mir ein guter Helfer sein.
Tychikus habe ich nach Ephesus geschickt.
Wenn du kommst, bring den Mantel mit, den ich in Troas bei Karpus gelassen habe, auch die Bücher, vor allem die Pergamente.
Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses getan; der Herr wird ihm vergelten, wie es seine Taten verdienen.
Nimm auch du dich vor ihm in acht, denn er hat unsere Lehre heftig bekämpft.
Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten; alle haben mich im Stich gelassen. Möge es ihnen nicht angerechnet werden.
Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören.
Lesung zum Fest des heiligen Lukas (2 Tim 4, 10-17b)

Liebe wagen

Sie heißt Ariadne von Schirach, ist 27 und studiert Philosophie an der Humboldt-Universität in Berlin. Im Spiegel dieser Woche hält sie einer pornografischen Gesellschaft den Spiegel vor und schließt ihre Rede mit diesen Sätzen:

Houellebecq schreibt in seinem neuen Buch „Die Möglichkeit einer Insel“, dass die konsequente Auslebung der Individualität unweigerlich zum Tod der Liebe führen müsse, dass die Eigenliebe zu groß geworden sein wird, um jemanden mehr zu lieben als sich selbst.

Ist das wirklich wahr? Sind wir die abgebrühten Hedonisten geworden, vor denen uns unsere Großeltern/der Papst/die Frankfurter Schule immer gewarnt haben? Gibt es überhaupt noch Hoffnung für optisch minderwertige Wettkampfteilnehmer?

Und was können wir tun? Christliche Werte wiederentdecken? Den multimedialen Papst geil finden? Mit dem Sex bis zur Ehe warten und hoffen, dass einer oder eine kommt, die uns nimmt? Oder auf Kuschelpartys gehen? Oder asexuell werden? Multisexuell?

Wahrscheinlich doch müssen wir einfach die Liebe wagen, immer und immer wieder die Liebe wagen, weil nur sie es schafft, uns aus den hedonistischen Referenzsystemen zu befreien – und das wäre die wahre Revolte.

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Wachstum und Schrumpfung

Mit einer Grafik illustrierte die Welt am Sonntag gestern die Bevölkerungsentwicklung bis 2050 (Quelle: UNFPA). Das plakative Ergebnis: Auf allen Kontinenten wächst bis dahin die Bevölkerung, mit einer Ausnahme – Europa.

Die Szenen an der Grenze zu Spaniens afrikanischer Exklave, wo Tausende gegen Europas Grenzzaun anrennen, sind Ausruck der Bevölkerungsentwicklung. […] Der Druck an seinen Grenzen steigt.

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Schlaf

Scipio sorgt sich um seinen Schlaf. Ich halte Augustinus dagegen. Er betrachtete die Vigilien der Kirche generell als eine Art der Vorausdarstellung jenes Zustandes, in dem die mit Christus Auferstandenen am Ende der Zeiten nie mehr schlafen, weil auch nicht mehr sterben würden.

«Denn was anderes ist der Schlaf, wenn nicht der tägliche Tod, der den Menschen zwar von hier nicht völlig wegrafft, aber auch nicht in diesem Zustand belässt? Und was anderes ist der Tod, wenn nicht ein lange währender äußerst tiefer Schlaf, aus dem Gott den Menschen erweckt?»

Ignatius von Antiochien

Ignatius mit dem Beinamen Theophoros, „Gottesträger“, war nach dem Apostel Petrus und dem hl. Evodius der dritte Bischof von Antiochien in Syrien. Nach der Legende war er das Kind, das Jesus den Jün­gern vorstellte, als sie darüber stritten, wer der Größte sei. Der Apostel Johannes soll sein Lehrer gewesen sein. Um 110 wurde er unter Kaiser Trajan wegen seines Glaubens verhaftet und nach Rom gebracht. Auf der mühsamen Reise schrieb er seine berühmten sieben Briefe, Ausdruck seiner glühenden Christusliebe und seiner Sorge um die Einheit der Gemeinden unter ihrem Bischof. An die Gemeinde von Rom schickte er einen Brief voraus, in dem er flehentlich darum bat, man möge nichts für seine Freilassung unternehmen. In Rom wurde Ignatius zum Tod verurteilt und im Kolosseum von den wilden Tieren zerrissen. [Schott]

Die Einheit

„Seid darauf bedacht, nur eine Eucharistie zu feiern; denn es gibt nur einen Leib unseres Herrn Jesus Christus und nur einen Kelch zur Ver­einigung mit seinem Blut; es gibt nur einen Altar, wie auch nur einen Bi­schof mit der Priesterschaft und den Diakonen.“
Ignatius, Brief an die Gemeinde von Philadelphia

„Lasst es geschehen, dass ich den wilden Tieren zum Fraß diene; durch sie wird es mir vergönnt sein, zu Gott zu gelangen. Ich bin ein Weizenkorn Gottes; ich muss von den Zähnen der wilden Tiere zermahlen werden, um reines Brot Christi zu werden … Feuer Kreuz, ein Haufen wilder Tiere mögen über mich kommen, nur damit ich zum Herrn Jesus Christus gelange … Gönnt es mir, die Leiden meines Gottes nachzuahmen!“
Ignatius, Brief an die Gemeinde von Rom

Gammarelli

Das ist wahres Understatement. Im Schaufenster des römischen Schneiders Gammarelli befinden sich stets, wie ich kürzlich hörte, nur eine Bassgeige in der jeweils aktuellen liturgischen Farbe des Kirchenjahres und ein weißer Pileolus auf einem roten Samtkissen. Ob der Meister nun die päpstliche Kopfbedeckung aus der Auslage nehmen wird? Denn, so berichtet eine italienische Zeitung, der Papst bleibe seinem bisherigen Schneider treu und gebe damit dem vatikanischen Hofschneider den Laufpass. [Netzeitung]

Ansonsten scheinen, so berichtete man mir, die Geschäfte bei Gammarelli bestens zu laufen. Es dauere Monate, bis maßangefertigte Soutanen und andere klerikale Kleidungsstücke fertiggestellt seien. Und offenbar sei angesichts der guten Geschäfte auch schon der Schlendrian eingekehrt. So passe manche Maßanfertigung schließlich doch nicht so perfekt wie erwartet und eigentlich auch von Gammarelli gewohnt.

Nachtrag: Schreibweise korrigiert [kath.net]

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang

another time, another place
Von javajive.

Um meines Knechtes Jakob willen, um Israels, meines Erwählten, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen; ich habe dir einen Ehrennamen gegeben, ohne dass du mich kanntest.
Ich bin der Herr, und sonst niemand; außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dir den Gürtel angelegt, ohne dass du mich kanntest,
damit man vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der Herr, und sonst niemand.
Jes 45,4-6 (Erste Lesung vom 29. Sonntag im Jahreskreis)