Höchste Zeit, Fides et Ratio zu lesen. Der Vatikan hat den Volltext, zum Drucken eignet sich am besten das PDF der Deutschen Bischofskonferenz, deren Website übrigens neu ist (aber immer noch keinen RSS-Feed hat).
Alle Artikel von mr94
Aufmacher
20.00 Uhr. Der Papst ist wieder der Aufmacher der Tagessschau. Gleich zwei Beiträge befassen sich mit der Vorlesung in Regensburg und der Aufregung darum. Es wird ernst.
Diktatur des Relativismus (2)
Shrine of the Holy Whapping über die muslimische Aufregung über eine päpstliche Vorlesung:
In thinking about this, I think we see again that now, 1 1/2 years after his election, just as in the case with the upcoming liturgical documents, Benedict is returning to the themes of his opening homily. He said at that time that we lived in a dictatorship of relativism. I honestly wouldn’t have thought to employ the example which Benedict did, but it has certainly caused a stir: secularists are outraged that Benedict dare argue that Christianity is better or true, muslims are outraged that the Pope –the Pope– didn’t affirm that Islam is better or true. Is there a dictatorship of relativism? Benedict may very well have purposely let this vivid quote fly, just to prove precisely this point.
Still no one else is talking about the fact that a Turkish Muslim killed a German Catholic priest the very day that Benedict critized violence in the name of religion…
Unfehlbarkeit
Die Passauer Neue Presse schreibt:
Die Päpste haben gesprochen. Glaubt man den wesentlichen Instanzen der katholischen Kirche – also Eugen Drewermann, Hans Küng und der Bewegung „Wir sind Kirche“ -, dann war der Bayern-Besuch Benedikts XVI. ein Schlag ins Wasser. Joseph Ratzinger – jener „einfache Arbeiter im Weinberg des Herrn“ – hat weder das Zölibat abgeschafft noch das Gemeinsame Abendmahl von Katholiken und Protestanten eingeführt noch überhaupt seine Meinung geändert. Also Schande über ihn! Weniger von der Unfehlbarkeit gestreifte Beobachter der letzten sechs Tage haben einen ganz anderen Benedikt erlebt: einen dialogbereiten, herzlichen und eingängig argumentierenden Seelsorger, der seinen Hirtenstab nicht als Brechstange missbraucht, sondern als Orientierungshilfe einsetzt. [Passauer Neue Presse via kath.net]
Selbstsäkularisiert
Noch einmal Franz Walter:
Vielleicht stehen wir also wirklich vor einem Gezeitenwechsel in der Kultur der modernen Gesellschaften. Es könnte gerade das Finale einer leeren Individualisierung eingeläutet worden sein. Allerdings: In welche Wärmestuben es die Menschen dann in Zukunft drängen mag – das ist nicht recht erkennbar.
Der Zauber der politischen Großideologen ist bekanntlich perdu. Und es spricht auch wenig dafür, dass sich für Künder weltlicher Paradiese die Marktplätze wieder füllen werden.
Schwer vorstellbar ist jedoch auch, dass die beiden christlichen Amtskirchen Herz und Motor eines neuen spirituellen, gemeinschaftsbezogenen Verlangens werden. Dafür ist das institutionalisierte Christentum in Deutschland doch zu weit selbstsäkularisiert – und zu binnenzentriert, mit den eigenen großorganisatorischen Bestandsproblemen beschäftigt. [Spiegel Online]
Kirche vs. Fußball
Franz Walter bei Spiegel Online:
Auch sonst ist die zähe Beständigkeit des institutionalisierten Christentums beträchtlich. Immerhin besuchen weiter mehr als 4,5 Millionen Gläubige Sonntag für Sonntag in verbindlicher Regelmäßigkeit den Gottesdienst. In den Fußballstadien und auf den deutschen Sportplätzen tummeln sich an den Wochenenden keineswegs mehr Menschen (aktiv wie passiv) – obwohl der Sport ungleich mehr Resonanz in den Medien erfährt.
Ein guter Vergleich. Vielleicht sollten wir daran arbeiten, diesen medialen Rückstand aufzuholen?
So vieles
So vieles müsste getan werden, und ich sehe, ich kann es nicht. Das gilt für die Pfarre, ich ahne wenigstens, wie sehr, es gilt auch für den Papst, er sollte soviel tun, und meine Kräfte reichen einfach nicht dafür aus. So muß ich lernen, das zu tun, was ich kann, und das Andere Gott und den Mitarbeitern zu überlassen, und zu sagen, am Ende musst es ja Du machen, denn die Kirche ist Deine Kirche, und Du gibst mir nur soviel Kraft, wie ich eben habe, die sei Dir geschenkt, denn sie kommt von Dir. Aber das Andere muß ich auch Dir überlassen.
Papst Benedikt heute in Freising zu Priestern und Diakonen
Diktatur des Relativismus
Daniel Deckers im morgigen Leitartikel der FAZ:
Für die Selbstbeschränkung der Vernunft fand der Papst in den vergangenen Tagen viele einprägsame Ausdrücke. Er sprach von „Schwerhörigkeit gegenüber Gott“ und der „Verkürzung des Radius der Vernunft“ und verdeutlichte so in mal einfacher, mal hoher Sprache, was er in den zurückliegenden Jahren immer mit dem Wort von der „Diktatur des Relativismus“ bezeichnet hatte.
Immer? Ich kannte das Wort bislang nur aus seiner Homilie in der Missa pro eligendo Romano Pontifice.
Papst und Madonna
Papstbesuch. In Altötting hat der Papst zur Schwarzen Madonna gebetet. Ich habe mich gefragt: Wann lese ich wohl mal die umgekehrte Schlagzeile: „Madonna betet zum Schwarzen Papst“?
Der Quotenkritiker
Warum der Deutschlandfunk nun gerade Christian Weisner zur abschließenden Bewertung des Papstbesuches befragt [MP3], das wird wohl auf ewig das Geheimnis der Redaktion bleiben. Was immerhin auffällt: Er schlägt bisweilen leisere Töne an.
Und natürlich kann er wie eh und je die gängigen Schlagworte aufrufen, ohne sich kritische Fragen vom Gesprächspartner gefallen lassen zu müssen. Offensichtlich ist die Stelle des Kritikers mit Weisner besetzt, und der Journalist begnügt sich mit der Rolle des Stichwortgebers. Peinlich.