Entrückt und grundzufrieden

Der Spiegel 6/2009: Der Entrückte
Der Spiegel 6/2009: Der Entrückte

Die Titelseite der morgigen Spiegel-Ausgabe lässt nichts Gutes erwarten. Das Hamburger Nachrichtenmagazin kühlt wieder einmal sein religionskritisches, christenfeindliches und von Hass auf alles Katholische erfülltes Mütchen an Papst Benedikt XVI. (Oder? Ich habe die Geschichte noch nicht gelesen.)

Warum dieser Papst solch eine Reizfigur für Meinungsmacher ist, lässt sich mit einem Blick in die heutige Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung gut verstehen:

Was treibt denn den Joseph Ratzinger aus Marktl am Inn nur um, dass er sich mit allen anlegt? Aggressiv von Natur scheint er nicht. Salutschüsse aus Kanonen und Gewehren von Schützenvereinen erschrecken ihn noch immer. Es muss wohl daran liegen, dass Joseph Ratzinger vor allem eines ist: grundzufrieden katholisch. Dies ist im intellektuellen Europa eine relativ seltene, und wenn, dann meist verborgene Geisteshaltung; damit zieht man wie der heilige Sebastian die Pfeile bei jeder Gelegenheit auf sich.

Katholisch – und dann noch zufrieden damit. Welche Provokation. Aber so ist er. […]

Dass Traditionalisten auch krude Ideen vertreten, bis hin zu dramatisch-verwerflichen, dass sie mit rechten Politikern liebäugeln, ist nicht neu. Doch bemerkenswert erscheint, wie aus noch so verdammenswerten Äußerungen des marginalisierten Williamson – der noch nicht einmal als Bischof akzeptiert ist – eine Kampagne gegen den Papst, der Vorwurf des Antisemitismus gegen die römische Kirchenführung wurde. Dramatische Hochspielerei der Medien oder ein kleiner Kulturkampf?

Der Theologe Ratzinger ist von seinen Jugendtaten, von den Konstitutionen, Dekreten und Erklärungen des Zweiten Vaticanum kein wesentliches Jota abgewichen. Er hat immer wieder mit eindrucksvollen Worten und Gesten demonstriert, dass die katholische Kirche gleichgezogen hat mit dem modernen Geistesniveau, im Eingehen auf die neue Zeit, ohne ihr anheimzufallen. Meint der Papst. Mag man über ihn auch schimpfen.

Als PR-Mann bin ich geneigt zu sagen, dass jede Art von Medienpräsenz besser ist als keine Medienpräsenz. No News is Bad News. Und nachdem ich die Geschichte nun gelesen habe, überrrascht mich, wie wenig Substanz sie enthält – neben all jenen bekannten Klischees, Halbwahrheiten, aus dem Zusammenhang gerissenen, unvollständig oder schlicht falsch dargestellten Fakten, die wir aus der Kirchen- und Religionsberichterstattung des Spiegel seit jeher gewohnt sind.

Im Kern bleibt die Frage, die letztlich auch der Spiegel stellt, ob es sich nicht um ein gigantisches PR-Problem und vatikanisches Kommunikationsversagen handelt. Und sicher gibt es da Verbesserungspotential. Der Vatikan, aber auch die deutschen Bischöfe könnten die Kommunikationsklaviatur deutlich virtuoser bedienen als sie es heute tun.

Aber am Ende wird die Kirche gegenüber einer Moderne (oder auch Postmoderne), die in zentralen Punkten diametral dem Christentum widerspricht, immer anstößig bleiben. Denn dieser Widerspruch lässt sich nicht auflösen. Er fordert die Entscheidung des Einzelnen.

Und damit wären wir nun bei der tatsächlichen Bedeutung jenes päpstlichen Aktes angelangt, der diesmal den Anlass zum ohnehin gegebenen Widerspruch gab. Robert Spaemann erläutert in einem Leserbrief, der gestern in der FAZ erschien:

Die Aufhebung bedeutet: Sie dürfen wieder beichten und die Lossprechung von ihren Sünden empfangen. Sie dürfen wieder die Kommunion empfangen. Sie müssen nicht mehr ohne Tröstung durch die Sakramente der Kirche sterben. Das ist auch schon alles. […] Bei der Verleihung von Ämtern und der Gestaltung des kirchlichen Lebens können politische, das heißt Opportunitätserwägungen eine Rolle spielen. Bei der Aufhebung einer Exkommunikation, wo es um das Seelenheil geht, haben sie völlig außer Acht zu bleiben. Die Glaubensgemeinschaft der Kirche ist ein Vaterhaus mit vielen Wohnungen, keine Gesinnungsdiktatur.

Richard John Neuhaus, RIP

First Things meldet heute:

Fr. Richard John Neuhaus slipped away today, January 8, shortly before 10 o’clock, at the age of seventy-two. He never recovered from the weakness that sent him to the hospital the day after Christmas, caused by a series of side effects from the cancer he was suffering. He lost consciousness Tuesday evening after a collapse in his heart rate, and the next day, in the company of friends, he died.

Mehr.

Richard John Neuhaus: Born Toward Dying

Weihnachten 2008

Ja, mach nur einen Plan
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ’nen zweiten Plan
Geh‘ n tun sie beide nicht.

Das wusste der olle Brecht schon vor achtzig Jahren. Wir können noch so viele Pläne machen, am Ende kommt alles ganz anders.

Uns ist in diesem Jahr eine Tochter erst geschenkt und dann wieder genommen worden. Im vergangenen Frühjahr war R. unerwartet schwanger. Nach großer Aufregung und vielen Überlegungen hatten wir im Frühsommer einen Plan gefasst, wie wir uns das Leben mit dem neuen Kind einrichten wollten. Wir hatten beide vor, unsere Arbeitszeit zu verringern, sodass an jedem Wochentag einer von uns beiden daheim wäre.

Die Aufregung und die Anspannung war langsam der Vorfreude auf ein kleines Mädchen gewichen, als R. von einer Routineuntersuchung mit der furchtbaren Nachricht zurückkam, dass unser Kind nicht mehr lebte. Am 21. Juli ist Hermine tot zur Welt gekommen. An jenem Abend im Krankenhaus habe ich das winzige Bündel Mensch betrachtet und an Ijob gedacht:

Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter;
nackt kehre ich dahin zurück.
Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen;
gelobt sei der Name des Herrn. (Ijob 1, 21)

So unerwartet wie Hermine gekommen war, ist sie auch wieder gegangen. Sie hat in ihrer kurzen Lebenszeit viel in unserer Familie verändert. Ihr Kommen und auch ihr Gehen haben zweimal alle Pläne über den Haufen geworfen. Trotz aller Trauer bin ich auch dankbar für das Gute, das wir erlebt haben.

Am 25. Juli, dem Fest des Apostels Jakobus, haben wir unsere Tochter in Grünendeich neben der Kirche beerdigt. Es war auf den Tag genau zehn Jahre nach unserem Umzug aus Hamburg nach Steinkirchen. Und im August vor zehn Jahren haben wir beim Standesamt in Jork geheiratet.

Im Alten Land wird nach zehn Jahren hölzerne Hochzeit gefeiert. So haben ein paar Freunde und Nachbarn unseren Garten mit Holzlocken, Sägespänen und anderen hölzernen Dingen verziert. Wir haben dann einen sehr netten Abend verbracht. Zu einer großen Feier war uns nicht zumute.

Doch bevor das Jahr nun endet, wollen wir noch einmal feiern. Die allerletzte Gelegenheit dazu ist wie immer Silvester. Wir werden ein volles Haus haben und dieses Jahr, mit dem ich schon vor Monaten innerlich abgeschlossen habe, gebührend verabschieden.

Mit Erwartungen und Plänen für 2009 bin ich nach den letzten drei Jahren einigermaßen zurückhaltend. 2006 hatte ich mir das rechte Sprunggelenk gebrochen, 2007 starb meine Schwester und 2008 – siehe oben. Man sollte meinen, dass 2009 nur besser werden kann, doch Vorsicht…

Frohe, gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2009!

Weihnachtsferien

Der letzte Schultag für die Kinder, der letzte Arbeitstag für die Eltern. Die nächsten 18 Tage ist nun Pause. Bless the Lord!

Die wunderbare Frau Schnutinger hat sich so ihre Gedanken zur Debatte über Spätabtreibungen gemacht und das Ergebnis in eine Satire gegossen:

Liebes Tagebuch,

heute ist unsere Lehrerin, Frau Lütke-Lewebrink, ohnmächtig geworden. Die feministischen EngelInnen haben Maria eingeredet, sie solle eine Spätabtreibung machen. Sie finden es nämlich doof und diskriminierend, dass der Erlöser ausgerechnet ein Mann ist. Jetzt haben sie eine Protestnote an Gott, also Kevin Brömmelkamp, geschrieben, Jesus solle gefälligst eine Frau sein, oder zumindest irgendwas mit Transgender oder so!

Der Kevin, äh, Gott hat erstmal eine Ethikkommission einberufen, die das ganze klären soll. Ochs und Eselchen haben den Vorsitz, der Stern soll vermitteln, der Herbergswirt führt Protokoll. Morgen wird die Protestnote diskutiert. Eine Abtreibung so kurz vor Jesu Geburt, das hat es überhaupt noch nie gegeben bei uns in der Kirche!

Unser Krippenspiel droht nun ganz auszufallen.

Mehr.

Advent

What Advent is, really, is a discipline: a way of forming anticipation and channeling it toward its goal.
Joseph Bottum

Mein bewährtes Fastenprogramm kommt ab Montag wieder zum Einsatz:

  • kein Alkohol
  • keine Süßigkeiten
  • weniger kein Fleisch
  • regelmäßigeres Gebet

Nachdem sich mein tägliches Gebet in den letzten Monaten praktisch auf Laudes und Vesper reduziert hat, will ich die Lesehore wieder aufnehmen. Dazu kommt ein tägliches Kapitel aus einem Paulusbrief. Damit hatte ich schon im September begonnen, habe jedoch gerade erst den Römerbrief abgeschlossen und mit dem ersten Korintherbrief angefangen. Mit diesem Tempo werde ich bis Ende Juni 2009 kaum alle Paulusbriefe schaffen können.

Vorhersehbar sind Ausnahmen wie die betriebliche Weihnachtsfeier, ein Hochfest am 8. Dezember und eine Reise nach Paris am 9./10. Dezember. Während das Nicht-Fasten an den Sonntagen (ab der ersten Vesper) und dem Hochfest einen besonders festlichen Charakter hat, tue ich mich mit den weltlichen Ausnahmen hingegen schwer. Käme es nicht darauf an, gerade bei diesen Gelegenheiten demonstrativ zu fasten?

Freudig erwarte ich schon heute oder morgen die angekündigte Neuauflage des liturgischen Kalenders von Peter, auf dass die Hochfeste, Feste und Gedenktage auch im neuen Kirchenjahr in meinen elektronischen Kalender Einzug halten.

Zu den Vorbereitungen auf die Vorbereitungszeit gehört auch ein seit heute einigermaßen aufgeräumter und entstaubter Schreibtisch, auf dass die Aufräumarbeiten in Ruhe fortschreiten mögen.

Angriff auf den Menschenverstand

Gabriele Kuby hat sich in der jüngsten Ausgabe des Vatican-Magazin ausführlich mit der Ideologie des Gender Mainstreaming befasst.

Ein Gespenst geht um in der Welt, und dieses Gespenst heißt „Gender“. Kaum jemand kennt seinen Namen, obwohl es überaus mächtig ist und sein Gespinst über alles geworfen hat, was von den internati­onalen und staatlichen Institutionen beeinflusst wird. Dieses Gespenst ist im Begriff, einen neuen Menschen zu schaffen, zu dessen Freiheit es gehören soll, sein Geschlecht und seine sexuelle Orientierung zu wählen, das heißt, willkürlich zu entscheiden, ob er oder sie Mann oder Frau sein will, heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell oder transse­xuell. Diese Auffassung von Freiheit und Sexualität soll nach dem Willen der Vereinten Nationen, der Euro­päischen Union und der Deutschen Bundesregierung den Kindern von der Kinderkrippe an ein­geprägt werden. Es ist nicht nur ein Generalangriff auf den gesunden Menschen­verstand, sondern auch auf die göttliche Schöpfungsordnung.

Den gesamten Artikel gibt es als PDF in deutscher und englischer Fassung.

Mehr zum Thema von Volker Zastrow in der FAZ:

Außerdem im Spiegel: Der neue Mensch

Trappistenabtei kehrt zum Alten Usus des Ordens zurück

Die Mönche von Mariawald betreiben ökologische Landwirtschaft und wissen die modernen Kommunikationsmittel sachgerecht einzusetzen. Nun setzen sie sich auch liturgisch an die Spitze der Bewegung:

Aufgrund seiner Bitte hat der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI., dem Abt der Trappistenabtei Mariawald (Diözese Aachen), Dom Josef Vollberg O.C.S.O., das Privileg erteilt, mit seiner Abtei zur Liturgie und zur Observanz im Alten Usus des Ordens zurückzukehren, der bis zu den Reformen im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils galt. Dieser sogenannte „Usus von Monte Cistello“ wurde während der Konzilszeit in den Jahren 1963/1964 als vorläufige Reformstufe approbiert.

Diese Entscheidung des jungen Abtes ist nicht weniger als eine echte Sensation – wenn auch eine, die nach Summorum Pontificum früher oder später zu erwarten war. Dom Josef ist in seiner Argumentation bestechend klar:

Nachdem die verschiedenen nachkonziliaren Reformen für das Kloster nicht die erhoffte Blüte in Liturgie und im Leben des Konvents erbracht haben, knüpft nun die Rückkehr zur Tradition an die jahrhundertealte Überlieferung des Ordens an. Dom Josef verspricht sich durch die Rückkehr zur alten Gregorianischen Liturgie und zum strengeren Usus der monastischen Lebensgewohnheiten neue geistliche Impulse auch für den Nachwuchs der Abtei.

Weltweit ist spürbar, daß Klostergemeinschaften, die die vorkonziliare lateinische Liturgie pflegen, beachtliche Nachwuchszahlen aufweisen können. Besonders in Frankreich gibt es auf dem Hintergrund einer traditionellen Auslegung der Benediktuskregel und der Gregorianischen Liturgie in Messe und Stundengebet blühende Abteien. In Deutschland war es bisher für Berufungen zum monastischen Leben in traditioneller Ausprägung nicht möglich, sich einer entsprechenden Kommunität anzuschließen. Mit dem päpstlichen Privileg ist nun erstmalig auch in Deutschland die Möglichkeit für junge Menschen eröffnet, die alte Tradition des kontemplativen Lebens in den erhabenen Formen der klassischen Liturgie und in der strengen Observanz der Regel des Hl. Benedikt zu leben.

Dom Josef sieht sich in seiner Entscheidung vom Heiligen Vater bestätigt, der in seinem großzügig formulierten Privileg allen gewünschten Formen der Rückkehr zur Tradition auch seinen persönlichen Wunsch erkennen lässt, daß in der Wiederentdeckung der alten Liturgie und des Lebensusus eine Erneuerung des monastischen Lebens insgesamt gefördert werde. So entspricht nach der Überzeugung des Abtes das persönliche und direkte Handeln des Papstes für die Abtei Mariawald dem „Projekt der Tradition“, das der Heilige Vater im Jahre 2007 durch sein Motu proprio „Summorum Pontificum“ für die Liturgie angestoßen hat.

Dom Josef sieht sich und seine Abtei durch den Heiligen Vater und dessen unmittelbaren und direkten päpstlichen Rechtsakt nachhaltig motiviert, die traditionsbezogene Reform des Klosters um seiner Zukunftsfähigkeit willen mit neuem geistlichen Elan umzusetzen. Der Abtei kommt darin weltweit eine Vorreiterrolle zu, das monastische Leben aus dem Geist der Tradition zu erneuern und dem Niedergang des Klosterlebens, den besonders manche Trappistenabteien in den letzten Jahren erleben mussten, entgegenzuwirken.

Bereits auf dem Gebiet der Ökonomie hat das Kloster in den letzten Jahren durch seine Orientierung an ökologischer Landwirtschaft Akzente gesetzt. Nun ist es der geistliche Gehalt des kontemplativen Lebens, der neue Impulse aus der großen Tradition des Ordens und seiner klassischen lateinischen Liturgie empfangen soll.

Zur Zeit leben in Mariawald zehn Mönche, ein Novize und ein Oblate. Die Geschichte der Abtei begann mit der Gründung eines Zisterzienserpriorats im 15. Jahrhundert. Nach einer mehr als sechzigjährigen Unterbrechung des monastischen Lebens durch die Wirren der Französischen Revolution wurde das im 19. Jahrhundert von Trappisten aus dem Elsass neubesiedelte Kloster am Michaelsfest im Jahre 1909, zur Abtei erhoben.

Auf dem Hintergrund dieses historischen Datums soll nun zur Einhundertjahrfeier am 29. September 2009 die Umsetzung der vollständigen Rückkehr der Abtei zur alten Tradition des kontemplativen Lebens und zur klassischen Gregorianischen Liturgie abgeschlossen sein.

Mariawald steht nun ganz oben auf meiner Liste zu besuchender Orte.

Breviarum Romanum 2008

Vor einiger Zeit fragte ich, welche Ausgabe des Breviarum Romanum zu empfehlen sei. Inzwischen gibt es eine neue Variante. Im Bonner Verlag nova & vetera erscheint Ende November eine Neuausgabe des Breviarum Romanum nach dem Stand von 1960 (1962).

Das Schmuckstück wird 198 Euro kosten, also nicht ganz billig sein. Dafür ist es, nach der Website zu urteilen, vom Feinsten ausgestattet, inklusive eines Imprimaturs von S. Ex. Bischof Gregor Maria Hanke OSB. Ein ideales Weihnachtsgeschenk für jeden, der nach Summorum Pontificum mit dem Gedanken spielt, das traditionelle Brevier kennenzulernen.

Vollkommener Ablass

Es ist zwar schon spät, aber noch nicht zu spät. Und auch wenn ich möglicherweise ökumenischen Empfindlichkeiten begegnen muss, so sei doch der folgende Hinweis gestattet.

Vom 1. bis 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden. Neben den üblichen Voraussetzungen (Beichte, wobei eine zur Gewinnung mehrerer vollkommener Ablässe genügt; entschlossener Abkehr von jeder Sünde; Kommunionempfang und Gebet nach der Meinung des Papstes – diese Erfordernisse können mehrere Tage vor oder nach dem Kirchen- bzw. Friedhofsbesuch erfüllt werden) sind erforderlich:
a) am Allerseelentag (einschließlich 1. November ab 12 Uhr): Besuch einer Kirche oder öffentlichen Kapelle, Vaterunser und Glaubensbekenntnis; in Hauskapellen können nur die zum Haus Gehörenden den Ablass gewinnen;
oder
b) vom 1. bis zum 8. November: Friedhofsbesuch und Gebet für die Verstorbenen.
Fehlt die volle Disposition oder bleibt eine der Bedingungen unerfüllt, ist es ein Teilablass für die Verstorbenen. Ein solcher kann in diesen und auch an den übrigen Tagen des Jahres durch Friedhofsbesuch wiederholt gewonnen werden.
(Quelle: Direktorium für Stundengebet und Messfeier in der Kirchenprovinz Hamburg)

Apropos Beichte: Eine solche habe ich in der vergangenen Woche wieder einmal abgelegt. Zeit war’s. Sie kann nur häufiger empfohlen werden. Denn auch dieses Mal beschenkte mich der Herr mit neuer Selbsterkenntnis und damit neuen Möglichkeiten der Besserung.

Es ist wohl die nahe Versöhnung, die den einigermaßen ungeschützten Blick in die eigenen Seelenabgründe erlaubt. Anders wäre der nicht auszuhalten.