Why did the chicken cross the road?

„The Catholic: She wasn’t sure that advice to stay where she was had been infallible as distinct from calling for mere religious submission.

The Orthodox: Because her side of the road was becoming dangerously susceptible to Latin influence.

The Episcopalian: To demonstrate provisional willingness to meet the stern demands of radical inclusivity.

The Lutheran: There were too many sacraments on her side of the road.

The Calvinist: As a sure sign of predestination.

The Baptist: To look for a more promising way to maintain the verbal inerrancy of Scripture.

The Methodist: To remain chosen but not frozen.

The Non-Denominational Christian: Why not? Which side of the road one’s on means nothing in God’s eyes.

The Unitarian: To overcome one-sidedness.

Michael Liccione“ [Der Pontificator beliebt zu scherzen]

„In Nothingness do we trust“

„As modern men and women—to the degree that we are modern—we believe in nothing. This is not to say, I hasten to add, that we do not believe in anything; I mean, rather, that we hold an unshakable, if often unconscious, faith in the nothing, or in nothingness as such. It is this in which we place our trust, upon which we venture our souls, and onto which we project the values by which we measure the meaningfulness of our lives. Or, to phrase the matter more simply and starkly, our religion is one of very comfortable nihilism.

This may seem a somewhat apocalyptic note to sound, at least without any warning or emollient prelude, but I believe I am saying nothing not almost tediously obvious. We live in an age whose chief moral value has been determined, by overwhelming consensus, to be the absolute liberty of personal volition, the power of each of us to choose what he or she believes, wants, needs, or must possess; our culturally most persuasive models of human freedom are unambiguously voluntarist and, in a rather debased and degraded way, Promethean; the will, we believe, is sovereign because unpremised, free because spontaneous, and this is the highest good.“ [David B. Hart, zit. vom Pontificator]

Medialeistung

Gut 4,2 Millionen Zuschauer erreichten ARD und ZDF am vergangenen Donnerstag mit der parallelen Live-Übertragung der päpstlichen Rheinwallfahrt. „Keineswegs überragend“, wie der Spiegel feststellt. Dennoch war allein die überbordende Medienpräsenz in den letzten zehn Tagen jeden einzelnen Euro wert, den das Projekt Weltjugendtag gekostet haben mag. Als Medialeistung (also TV-, Radio-, Print- und Online-Werbung) eingekauft wäre sie völlig unbezahlbar gewesen. Unerreichbar ohnehin.

Zu den medialen Gewinnern gezählt werden muss auch Cardinal Meisner, dessen PR-Arbeit sonst durchaus zu gewissen Zweifeln Anlass gibt. Er kam sehr souverän und recht sympathisch über den Äther, ohne sich anzubiedern.

Gerade der ökumenische Dialog am Freitag ließ übrigens erkennen, was in diesem Punkt katholische von protestantischen Würdenträgern unterscheidet: Die einen (Lehmann, Meisner, Ratzinger) entfalten ihre mediale Wirkung trotz offensichtlicher Schwächen, die anderen (Huber, aber in Abwesenheit auch Käßmann) müssen offenbar höchst medientauglich auftreten, um mediale Wirkung zu erzielen.

Im Kampf um Aufmerksamkeit braucht die EKD mit allen Wassern gewaschene Medienprofis an ihrer Spitze. Sie kann sich glücklich schätzen (und das meine ich ohne jede Ironie), mit Wolfgang Huber einen solchen gewählt zu haben.

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Triumphierender Katholizismus

Schon seltsam, was zahlreiche Kommentatoren so alles über die Jugendlichen zu wissen glauben, die sich in den letzten Tagen zu Köln versammelt hatten. Am Beispiel der Kleinen Zeitung aus Graz:

„Die jungen Leute lieben den Papst, obwohl sie mit den Dogmen, die er verkündet, nur wenig anfangen können. So sehr der in seiner Heimat einst als ‚Panzerkardinal‘ Verfemte den Jubel als späte Genugtuung empfunden haben muss, so wenig macht Benedikt der Sechzehnte sich Illusionen über die paradoxe Anatomie dieser ‚amour fou‘. Ja, er akzentuierte den Widerspruch sogar, indem er bei der Vigil auf dem Marienfeld allen individuellen Versuchen, sich eine Privatreligion zurechtzubasteln, eine klare Absage erteilte und so die diffuse Gottessehnsucht, die viele vor die Tore Kölns getrieben hatte, gegen den Strich bürstete. Wer Christ sein will, kann das nur innerhalb der Kirche. So lautet die Botschaft des Papstes.“ [Deutschlandfunk/Presseschau]

Der Tages-Anzeiger aus der Schweiz mischt sich den üblichen Cocktail aus Stereotypen, Vorurteilen und bequemen Illusionen zurecht:

Man müsse festhalten, wem der Jubel der Jugendlichen eigentlich gelte: „Einem Mann, der Abtreibung und Kondom ablehnt, der vorehelichen Sex und Homo-Ehen bekämpft und der die evangelischen Kirchen für keine Kirchen hält und der die Glaubensnot in Europa viel häufiger zum Thema macht als den Hunger in der Dritten Welt. Einem Geistlichen auch, der den Jugendtag-Besuchern, sofern sie an seinen Messen teilnahmen, den vollkommenen Ablass versprach. Das sind kaum Inhalte, mit denen man die Jugend von heute begeistert. In der Postmoderne lässt sich aber offenbar auch ein vormoderner Glaube als Heilsbotschaft verkaufen. Oder geht es gar nicht um Glauben? Ist der Weltjugendtag bloss Happening mit hohem Spaßfaktor, der die Inhalte überstrahlt?“ [Tages-Anzeiger]

Ja, vielleicht merkt die Jugend von heute ja nach diesem Kommentar, dass sie nicht begeistert zu sein hat?

Zum versöhnlichen Abschluss noch ein Blick in die Zeitung La Libre Belgique aus Brüssel:

„Die spektakuläre Bekräftigung eines triumphierenden Katholizismus in einem Land, das von agnostischen 68-ern wie Bundeskanzler Schröder von der SPD und dem grünen Außenminister Fischer regiert wird, dürfte das politisch-religiöse Klima zweifellos verändern. Zum ersten Mal seit langem scheinen die deutschen Katholiken wieder den Mut zu haben, ihren Glauben in einer säkularisierten Welt zu bejahen.“

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Rätsel

Technorati fördert große Mengen an Verständnislosigkeit und Irritation in Sachen Weltjugendtag an das Tageslicht, häufig gepaart mit frappierender Ahnungslosigkeit bis hin zur offenen Dummheit, Arroganz und Ignoranz. Ein in jeder Hinsicht durchschnittliches Beispiel:

„Was ist heute eigentlich mit der Jugend los? Ich habe vorhin beim Zappen ein paar Bilder vom Weltjugendtag gesehen, da tun sich ja Abgründe auf. Als ich in dem Alter war, wollte mit der Kirche eigentlich niemand etwas zu tun haben. Sobald man konnte wurde Religion abgewählt und stattdessen “Werte und Normen” gewählt. Gerade der Papst war eine Figur, mit der man nicht sonderlich viel Gutes verbinden wollte. Warum das jetzt auf einmal anders sein soll wird mir ein Rätsel bleiben. Liegt das eventuell daran, dass der aktuelle zufällig aus Deutschland kommt? Das hat dann so ein wenig was von Olympischen Spielen, da ist man ja auch eher für die Sportler des eigenen Landes.

Überhaupt dieses Pilgern nach Köln und da abhängen und zu lustigen Songs schunkeln. Das hat so ein klein wenig von Walldorfschule und Fremdschämen. Ich verstehe es nicht, ist das das moderne Woodstock? Falls ja, habe ich echte Sorgen, was meine Zukunft angeht. Oder muss man katholisch sein, um das zu verstehen?“ [Drama King » Blog Archive » Weltjugendtag: Was geht da ab?]

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Maria Königin

Das Fest wurde von Papst Pius XII. eingeführt zum Abschluss des marianischen Jahres 1954 (Hundertjahrfeier des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis). Der Gedenktag wurde zuerst auf den 31. Mai (Schluss des Marienmonats) festgesetzt; im neuen römischen Kalender wurde er auf den 22. August. den ehemaligen Oktavtag von Mariä Himmelfahrt, verlegt. [Schott]

Gott,
du hast die Mutter deines Sohnes
auch uns zur Mutter gegeben.
Wir ehren sie als unsere Königin
und vertrauen auf ihre Fürsprache.
Lass uns im himmlischen Reich
an der Herrlichkeit deiner Kinder teilhaben.
Tagesgebet

Markenprodukt

Noch einmal beherrscht der Weltjugendtag die Kommentarspalten. Ein paar höchst selektive Notizen [Deutschlandfunk/Presseschau]:

„Wer ins Stadion geht, will in erster Linie ein Fußballspiel sehen und nicht über Sinn und Unsinn der Abseitsregelung diskutieren. Mit dem Weltjugendtag verhält es sich genauso – er war ein Fest des Glaubens, kein Forum für Kritiker der Kirche. […] Die Protestanten als ‚kirchliche Vereinigung‘, seine Warnung vor der Beliebigkeit im Glauben – das ist Joseph Ratzinger, und der gibt in der Sache keinen Rabatt.“ [Südwest Presse]

Der Weltjugendtag hat die Diskursverhältnisse verändert:

„[…] selbst die hartnäckigsten Katholizismus-Kritiker sind über Nacht zu großen Retuschen an ihrem verstaubten Kirchenbild gezwungen. Der bunte Mix aus Gebet, Gesang, Katechese und jugendlichem Überschwang sollte nun endgültig das Klischee von einer ausschließlich auf Gebote und Verbote, auf Moral fixierten Kirche zertrümmert haben.“ [Die Welt]

Doch ganz ohne Klischees kann der gemeine Kommentator nicht.

„Der Wille des Vatikans zur Ökumene gilt derzeit vor allem den orthodoxen Glaubensbrüdern, während die Weichen in der Heimat des Papstes eher auf Re-Konfessionalisierung gestellt zu sein scheinen. Der Erlass zeitlicher Sündenstrafen, welcher den jungen Köln-Wallfahrern vom Heiligen Vater gewährt wurde, passt da ins Bild. Ob Ratzingers Fegefeuer-Rabattaktion im Lande Luthers, an dessen Ablass-Kritik die Reformation sich seinerzeit maßgeblich entzündete, ein ermutigendes ökumenisches Zeichen ist, darf bezweifelt werden. – Doch in Köln ging es ohnehin weniger um Inhalte als um die Einübung kollektiver Rituale. Auf dem Marienfeld feierte die größte Institution der Welt vor allem die Rückkehr zum Markenprodukt: zur Selbsterfahrung der Masse im ideologiefreien Raum.“ [Esslinger Zeitung]

Ein Markenprodukt, in der Tat – nicht zuletzt deshalb, weil niemand auf die wohlfeilen Ratschläge derjenigen gehört hat, die vieles katholische nicht brauchen oder es gleich für anstößig halten.

Anstößig war der Weltjugendtag tatsächlich – weder interreligiös korrekt noch ökumenisch korrekt, schon gar nicht agnostisch korrekt oder politisch korrekt. Er zwang zur Positionierung.

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