„Mein Sohn, ich für meine Person werde in diesem Leben an nichts mehr Freude haben. Was soll ich hier noch tun, warum hier sein? Ich weiß es nicht, da ich in dieser Welt nichts mehr zu hoffen habe. Eines gab es, warum ich noch eine kleine Weile in diesem Leben zu bleiben wünschte: ich wollte dich noch als katholischen Christen sehen, bevor ich sterbe. Gott hat mir das überreich gewährt: Ich darf sehen, wie du irdischem Glück entsagt hast und sein Knecht bist. Was soll ich noch hier?“
Aus den „Bekenntnissen“ des Hl. Augustinus
Vigil
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Vergebung
Fachbegriffe des Christentums, dritte Lieferung.
Wir wissen bereits, dass uns die Sünde am Heil hindert. Unsere Fehler stehen uns im Wege und stören uns dabei, das letzte Ziel unseres Christseins zu erreichen. Wenn, ja wenn sie uns nicht vergeben werden könnten.
Vergebung räumt die Sünde aus dem Weg. Eine Sünde wird durch Vergebung aus der Welt geschafft. Das Beste daran ist: Jeder kann Sünden vergeben. Und zwar diejenigen, die andere ihm getan haben. Schwierig wird die Sache dadurch, dass jeder auch dazu verpflichtet ist. Denn nur so ist Versöhnung möglich.
Sünden haben aber noch eine zweite Konsequenz, und unter dem Aspekt des Heiles ist das die wichtigere: Sie stören unsere Verbindung zu Gott. Sie machen uns nicht nur zu kaputten Menschen, sondern sie verhindern auch die Heilung durch den Herrn. Und zwar in der Gegenwart genauso wie in aller Zukunft und in der Ewigkeit. Deshalb muss auch Gott uns unsere Sünden vergeben. Wie das geschieht, sehen wir später.
Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden. (Lk 1,77) Dieser Satz aus dem Benedictus, dem Lobgesang des Zacharias, der täglich in den Laudes gesungen wird, bringt den Zusammenhang auf den Punkt: In der Vergebung der Sünden erfahren wir das Heil. Unsere Fehler werden aus dem Weg geräumt, damit wir heilig werden.
Symbol
Auf die Konsequenzen der Reformation für die Kunst macht Alexander Kissler in seiner Rezension des Katalogs zur Ausstellung Das Heilige und der Leib aufmerksam:
„Die Reformation nach Zwingli brach nicht nur mit der Auffassung von der Hostie als dem wahren Leib Christi, sondern auch mit dem Glauben an die Darstellbarkeit von Transzendenz überhaupt. Aus dem Realsymbol auf dem Altar wurde ein Symbol, und parallel profanierte sich die Kunst, notgedrungen zunächst und selbst da, wo sie religiösen Sujets die Treue hielt. […] Der Christus des Carnelis van Haarem (1590), ein strammer Athlet ohne jede Wunde, markiert den Übergang zu Neuzeit und Renaissance: Der subjektive Zugriff drängt das Sujet in den Hintergrund.“
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Nietzsche-Entchen
Gestern war es wieder da: das Nietzsche-Entchen bei Harald Schmidt. Diesmal hat Schmidt es weggesperrt, wegen Vogelgrippe… Angelockt hat er das bedauernswerte Geschöpf mit den Klängen der Einleitung zur Strauss-Sinfonie Also sprach Zarathustra.
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Refektorium
Im Speisesaal von Kloster Weltenburg [faz.net]
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Grausamkeiten
Diedrich Diederichsen 1986 in der Spex über die slowenische Band Laibach:
„Der Sozialismus ist die Idee von der Verwirklichung der als richtig erkannten Idee. Ihn aufzugeben hieße die Verwirklichung von Ideen überhaupt aufzugeben. Verwirklichung aber ist etwas Grausames, das wir gewohnt sind, Gott vorzubehalten. Wer sich an die Verwirklichung macht, wird zum Übermenschen, er begeht die Grausamkeiten, von deren Notwendigkeit Nietzsche spricht.“ [Die Welt/Perlentaucher]
Sakralbauten des Calvinismus
„Cornelius Tittel hat ein Porträt [Die Welt] des Fotografen-Ehepaars Bernd und Hilla Becher geschrieben, die bekanntlich überall auf der Welt abrissgeweihte Industriebauten fotografierten. Bernd Becher erzählt:
‚Wir haben im Laufe der Zeit eine Art Ideologie entwickelt, ohne sie auszuformulieren. Ich habe immer gesagt, dass wir die Sakralbauten des Calvinismus dokumentieren. Der Calvinismus lehnt ja die Kunst ab und hat deshalb auch nie eine eigene Architekturform entwickelt. Die Gebäude, die wir fotografieren, kommen ja genau aus diesem rein ökonomischen Denken.‘
Heute wird im Hamburger Bahnhof in Berlin eine Becher-Retrospektive eröffnet.“ [Perlentaucher]
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Kein böses Wort
Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt.
Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung.
Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte!
Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.
Eph 4, 29-32 (Kurzlesung der Laudes vom Freitag der 1. Woche)
Schmidt-Salomon
Bevor der Focus mit Benedikt XVI. auf dem Cover im Altpapier verschwindet, seien noch ein paar Zeilen aus dem Interview mit Michael Schmidt-Salomon notiert:
Immerhin stürmen Hunderttausende bigotte Menschen die Stadt, während die katholische Kirche versucht, unter dem Deckmäntelchen eines Pop-Events ihre archaischen Inhalte zu verkaufen.
Bigott?
Bigotterie (frz.) ist die Bezeichnung für ein unreflektiertes, übertrieben frömmelndes, scheinbar ganz der Religion gewidmetes Wesen oder Verhalten. Bei der Bigotterie geht es weniger um die Ausübung der Religion als solche, sondern es soll vielmehr aus Motiven des Narzissmus Eindruck auf andere Menschen gemacht werden. Es wird auch im Sinn von Scheinheiligkeit verwendet. Das dazugehörige Adjektiv ist „bigott“. [Wikipedia]
Ist es Wunschdenken, was ihn zu dieser Äußerung veranlasst? Das ganze Interview ist im Stile eines aggressiven Atheismus gehalten, der sich für fortschrittlich hält, aber im Grunde dermaßen von gestern ist, dass es schon wieder amüsant ist. Wer so auftritt, setzt sich erkennbar selbst ins Unrecht. Und scheint trotz überbordender Medienaufmerksamkeit zum Minderheitenprogramm prädestiniert.
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