Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, stärkt und dem, der es hört, Nutzen bringt.
Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung.
Jede Art von Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei und Lästerung und alles Böse verbannt aus eurer Mitte!
Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.
Eph 4, 29-32 (Kurzlesung der Laudes vom Freitag der 1. Woche)
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Schmidt-Salomon
Bevor der Focus mit Benedikt XVI. auf dem Cover im Altpapier verschwindet, seien noch ein paar Zeilen aus dem Interview mit Michael Schmidt-Salomon notiert:
Immerhin stürmen Hunderttausende bigotte Menschen die Stadt, während die katholische Kirche versucht, unter dem Deckmäntelchen eines Pop-Events ihre archaischen Inhalte zu verkaufen.
Bigott?
Bigotterie (frz.) ist die Bezeichnung für ein unreflektiertes, übertrieben frömmelndes, scheinbar ganz der Religion gewidmetes Wesen oder Verhalten. Bei der Bigotterie geht es weniger um die Ausübung der Religion als solche, sondern es soll vielmehr aus Motiven des Narzissmus Eindruck auf andere Menschen gemacht werden. Es wird auch im Sinn von Scheinheiligkeit verwendet. Das dazugehörige Adjektiv ist „bigott“. [Wikipedia]
Ist es Wunschdenken, was ihn zu dieser Äußerung veranlasst? Das ganze Interview ist im Stile eines aggressiven Atheismus gehalten, der sich für fortschrittlich hält, aber im Grunde dermaßen von gestern ist, dass es schon wieder amüsant ist. Wer so auftritt, setzt sich erkennbar selbst ins Unrecht. Und scheint trotz überbordender Medienaufmerksamkeit zum Minderheitenprogramm prädestiniert.
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Udo Di Fabio
Das heute ergangene Neuwahlurteil des Bundesverfassungsgerichts hat er als Berichterstatter maßgeblich mitbestimmt. Gleichzeitig macht Udo Di Fabio als Buchautor von sich reden. Die Kultur der Freiheit heißt sein Werk, auf das ich heute durch die Spiegel-Bestsellerliste (Platz 19) aufmerksam geworden bin.
Heribert Prantl verreißt es in der SZ mit Wonne. Kein Wunder allerdings, nimmt Di Fabio doch große Teile des linksliberalen Wertekanons aufs Korn. Mit mehr Augenmaß schreibt Patrick Bahners in der FAZ:
Unserem Land […] verordnet Di Fabio ein Programm des „reflexiven“ Pétainismus: Arbeit, Familie, Vaterland, alles unter dem Schutz des lieben Gottes. So würde Di Fabio es natürlich nicht sagen, aber es sei hier so deutlich formuliert um des Streits willen, den er sich wünscht und der seinen Angaben nach unter der Tyrannei von Antidiskriminierungsbeauftragten und Nichtregierungsorganisationen ebenso vom Aussterben bedroht ist wie eigentlich fast alles. […] Mit der Kultur der Freiheit sind die Ordnungen gemeinschaftlichen Lebens gemeint, die dem Individuum seine Wahlmöglichkeiten erst eröffnen: Familie, Kirche, Volk. […] Zu beherzigen ist Di Fabios Mahnung, wir sollten als Tatsache zur Kenntnis nehmen, daß es Gründe gibt, die „westliche“ Kultur grenzenloser Freizügigkeit geringzuachten. [Amazon]
Udo Di Fabio: Die Kultur der Freiheit. August 2005, 295 Seiten, 19,90 EUR.
Göring-Eckardt
Zentrales Thema kirchlicher Äußerungen ist der Schutz des Lebens. In Deutschland gibt es jährlich mehr als 130 000 Abtreibungen. Ein Skandal?
Abtreibungen sind in unserem Land nicht erlaubt. Es geht allein um die Frage, ob ein Abbruch bestraft wird oder nicht.
Das grüne Wahlprogramm fordert aber ein Recht auf Abtreibung.
Den Paragrafen 218 will ich nicht abschaffen. Hier geht es um die strafrechtlichen Folgen. Aber für mich persönlich, als Christin, kommt Abtreibung nicht infrage.
Wie lösen die Grünen den Widerspruch, zwar den Embryo vor dem Zugriff der Klonforscher zu schützen, nicht aber vor der Tötung im Mutterleib?
Auch aus meiner Sicht ist es widersprüchlich. Es ist aber auch eine Frage der Bewertung. Bei der Abtreibung geht es schließlich auch um das Leben der Frau.
Katrin Göring-Eckardt im Interview mit dem Rheinischen Merkur [kath.net]
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Erstes Hochgebet
Papabile notiert eine subtile, jedoch keinesfalls bedeutungslose Differenz zwischen Papierform und tatsächlicher Feier der Abschlussmesse auf dem Marienfeld. Ausgedruckt war demnach das zweite Hochgebet – Benedikt XVI. jedoch wählte das erste.
Weitere Aussagen des ehemaligen Mitarbeiters der Kirche aus Washington, D.C., die Zukunft betreffend: In Sydney wird die lokale Diözese weniger Einfluss auf die Liturgie haben als in Köln. Und Marini geht in eine italienische Diözese.
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Hochwasser
Das Benediktinerkloster Weltenburg ist überflutet. [Spiegel Online]
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Heiliger Leib
Noch bis zum 25. September ist in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden die Ausstellung Das Heilige und der Leib zu sehen.
„Gezeigt werden frühchristliche Fresken, mittelalterliche Altartafeln und Skulpturen, Gemälde der europäischen Renaissance und des Barock sowie Werke des 19., 20. und 21. Jahrhunderts, ergänzt um einige Exponate aus der ägyptischen, griechischen und römischen Antike. Welche religiösen und weltlichen Vorstellungen vom Heiligen und vom Leib und deren kontinuierlicher Wandel spiegeln sich in den Kunstwerken? Das Heilige und der Leib versucht einen Einblick zu geben in die enge Verbundenheit Polens mit der westeuropäischen Kunst- und Kulturgeschichte.“
Dabei sind Gemälde von Hans Baldung Grien, Lucas Cranach, Gaspare Traversi, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Skulpturen von Adriaen de Vries und Bodeslav Biegas u.a. Kunstwerke. Eine Besprechung dazu heute in der Süddeutschen Zeitung. [Perlentaucher]
Gott sprach zu Darwin
Das Feuilleton der FAZ druckt heute einen Text [1,50 EUR] von George Coyne SJ, Direktor der Sternwarte des Vatikan. Coyne wendet sich gegen die Position des Wiener Erzbischofs Schönborn, der jüngst eine neue Debatte über Evolutionstheorie und Kreationismus entfacht hatte. [Perlentaucher]
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Everyone his own prophet
Gerald Augustinus analysiert jüngste Umfragen zum Zustand des jugendlichen Glaubens in Deutschland:
„It makes perfect sense that Catholic countries remain more religious – Luther started the disintegration of organized religion by making everyone his own prophet. The focus on Church community and attendance is far more developed in Catholicism. Also, one of the reasons for Protestantism’s early succes is also the reason for its European demise – they all became national churches, run by the state. Eventually the bureaucrats took over and today it’s not rare at all to have atheist ministers in, say, Scandinavian state churches.“
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Nicht artgerecht
Mangelhafte Brutpflege konstatiert die Zeit angesichts der jüngsten Statistik über Verkehrsunfälle mit Kindern:
„Uns scheint der Instinkt für die rechte Aufzucht unserer Kinder abhanden gekommen. Was wir in unseren Wohnorten betreiben, ist nicht artgerechte Kinderhaltung. Wir haben in den vergangenen vierzig Jahren vier Millionen zusätzliche Autos auf unsere Straßen gelassen – ohne Vorsorge zu treffen, dass unseren Kindern ein sicherer Raum bleibt, in dem sie aufwachsen können. Dass im gleichen Zeitraum die Zahl der Kinder um 6 Millionen zurückgegangen ist, fiel bei dem Gedränge ja schon gar nicht mehr auf (ebenso wenig, dass die »gute Nachricht« damit zusammenhängen könnte, dass auch die Unfälle mit Kindern ein wenig zurückgehen).“
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